[Dieser Beitrag wurde von August Walz verfasst.]

Das menschliche Gehirn ist zwar kein Muskel, sondern ein faszinierendes System aus Neuronen, dennoch gilt für unsere Denkleistung Ähnliches wie für körperliche Bewegung: Was nicht genutzt und strapaziert wird, verkommt nach und nach – und gerade, wer fortgeschrittenen Alters ist, hat sicherlich bemerkt, dass das Erinnerungsvermögen mit den Jahren abnimmt, gerade, was das Kurzzeitgedächtnis betrifft.

So steht man auf einmal im Supermarkt und hat keine Ahnung mehr, was man gerade daheim noch gebraucht hat, oder zehn Minuten nach Knüpfen einer neuen Bekanntschaft hat man bereits den Namen vergessen. Klassisch ist es auch von einem Zimmer ins andere zu laufen, nur um dort zu bemerken, dass man keine Ahnung mehr hat, was man dort eigentlich wollte. Wer diese unangenehmen Momente vermeiden will, sollte sein Gehirn regelmäßig Sport treiben lassen, was zudem absolut Spaß machen und unterhaltsam sein kann.

Viele Spiele und Quiz sind speziell dafür konzipiert, Erinnerungsvermögen und Denkleistung zu verbessern. Dabei geht es aber absolut nicht darum, so viele Kreuzworträtsel wie möglich zu lösen, sondern dem Gehirn oftmals neue Impulse zu liefern, und das ist auf ganz unterschiedliche und unterhaltsame Weise möglich.

Kartenspiele, die alleine oder beim Spieleabend gespielt werden – sei es Patience oder Poker – erfordern das Entwickeln von Strategien und eine gewisse Voraussicht, was wiederum die grauen Zellen aktiviert. Auch Schach ist ein großartiges Spiel, um seine wie auch die nächsten Züge des Partners zu planen und zu visualisieren. Auch die Traditionsspiele Mahjong oder Scrabble helfen beim Gedächtnistraining, zudem in geselliger Runde.

Immer beliebter werden natürlich auch elektronische Spiele, und während gerade Eltern oft besorgt sind, wie viel Zeit die Kinder am Computer oder an der Konsole verbringen, können viele dieser Spiele sowohl kreatives als auch analytisches Denken verbessern, was wiederum die Leistungsfähigkeit des Gehirns stärkt. Dazu gehören beispielsweise Games wie Minecraft oder Sudoku, aber natürlich auch analoge Spiele zur Unterhaltung für die ganze Familie und komplett ohne Tools: „Ich packe meinen Koffer“ oder „Stadt, Land, Fluss“ sind Klassiker unter den Memory-Joggern.

Besonders hilfreich im fortschreitenden Alter ist auch das Erlernen einer neuen Sprache, auch dies kann ganz spielerisch geschehen – moderne Apps mit interaktiven Lehrübungen wie Duolingo und Babbel kosten nicht viel und bieten Kindern wie auch Erwachsenen fesselnde Übungen und lebensechte Szenarien zum Üben der Fremdsprache.

Tatsächlich ist das Trainieren unseres Gehirns nicht nur wichtig, um sich besser zu erinnern und lange mental fit zu bleiben. In jedem Alter unterstützt es mentale wie auch emotionale Prozesse. Unser Alltag liefert zahllose Reizüberflutungen, Multitasking ist zu einer der wichtigsten Kompetenzen geworden, zum Beispiel wenn wir kochen, während das Smartphone klingelt und der Fernseher läuft. Einen kühlen Kopf behält, wer regelmäßiges Gehirnjogging betreibt. Auch unsere Geduld verbessert sich durch Gedächtnistraining, denn unsere Emotionskontrolle wird vom Arbeitsgedächtnis gesteuert. Stresskontrolle ist ein weiterer wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang, denn Studien haben erwiesen, dass Angestellte mit geringeren geistigen Fähigkeiten ein 50% höheres Risiko besitzen, einen Burnout zu erleiden, als Angestellte mit hoher geistiger Fähigkeit.

Nicht nur Spiele und Quiz fördern natürlich die Gehirnleistung, sondern auch körperliche Bewegung und eine insgesamt gesunde Lebens- und Ernährungsweise.

Mit freundlicher Unterstützung von Luís Cunha.